01.10. – 04.10.2020: Herbstputz auf Burg Bischofstein

Long time no see….so oder so ähnlich ging es wohl allen Akteuren des diesjährigen Arbeitswochenendes auf unserer geliebten Burg. Ein Jahr musste vergehen, bis wir wieder aktiv werden konnten bzw. durften. Umso größer war die Freude aller, mir eingeschlossen.

Bereits am Donnerstag Mittag traf sich die Vorhut bestehend aus Caro Erben, Michael Plückhahn und mir ein. Bernd Smits und Michael Skoniecki weilten schon länger vor Ort und begleiteten den Ausbau der alten Heizungsanlage und die Montage der neuen Anlage. Wie sich schon leider im Vorfeld abzeichnete, lief diese Aktion nicht ganz so rund wie erwartet. Meine Meinung dazu: Es gibt einfach kein gutes Personal. Im Gegensatz zu den Profis waren wir „Laien“ da deutlich besser aufgestellt. Doch dazu später mehr.

Den Donnerstagnachmittag nutzten wir Fünf zum Einleben, zum Lesen, zur Begehung oder auch zum Arbeiten. Das Abendessen genossen wir im „Zum Küppchen“ und haben es uns dort gut gehen lassen. Die kleine, aber feine Karte lädt immer wieder ein. Abends traf dann auch Familie Wunderatsch ein.

Am Freitag nach dem Frühstück läuteten wir dann das Arbeitswochenende auch mit den ersten Tätigkeiten ein. Caro strich im Rittersaal die Fenster im Erker, die hatten auch neue Farbe bitter nötig. Michael Plückhahn, alias Plücki, kümmerte sich um die IT, sprich die Verlegung von Netzwerkkabeln, Anschließen von AP´s für ein flächendeckendes WLAN auf der Burg, Einrichten und Installation der notwendigen Hard- und Software. Plücki kennt jetzt alle Kriech- und Krabbelwege und Verstecke hinter den Kulissen der Burg. Die Siebenschläfer haben von ihm einen genauen Plan erhalten, wo sie lang müssen 😉 Mit Max Wunderatsch widmete ich mich der Beleuchtung im oberen Aufenthaltsraum, während Max sich um eine „echte“ Wechselschaltung für die Beleuchtung kümmerte und neue Leitungen verlegte, tauschte ich die Fassungen der Deckenleuchten aus. Aus Kunststoff wurde Porzellan ganz im Stil der 1930er Jahre. Die geplante Geschossdeckendämmung des oberen Jungenzimmers und des Aufenthaltsraumes stand an und auch hier haben Max und ich uns um die Elektrik unterm Dach gekümmert. Alte Leitungen mussten entfernt werden, Zudem haben wir Beleuchtung installiert, so dass bei Begehung des Dachbodens niemand mehr im Dunkeln stehen muss. Vorbereitet wird auch eine neue Beleuchtung für das obere Jungenzimmer.

Im Laufe des Tages trudelte die restliche Mannschaft ein. Andrea und Martin Ritter, Meike Erben, Michaela Bayen mit Töchtern und Max Schlösser im Schlepptau; Eddi und Max Kronenberg gaben sich die Ehre, Andreas Stegmanns und Stefan Volland machten das Team komplett. Highlight an dieser Stelle: Mit Stefan Volland, unserem neuen Schriftführer war der komplette Vorstand des EFG zusammen auf der Burg. Abends ging es per pedes oder Auto nach Hatzenport zu Albrecht Gietzen. Essen fassen und Wein trinken stand auf der Agenda. Durch Michael Skonieckis Abfrage der Essenwünsche im Vorfeld, konnten wir alle zügig versorgt werden. Wie immer hat es gut geschmeckt und der Trester zum Abschluss machte den abendlichen Spaziergang zurück zur Burg ein wenig kürzer. Trotz des herbstlichen Wetters war es nicht so kühl, als dass man nicht draußen die Zapfanlage alleine lassen musste und so spülte das ein oder andere gehopfte Getränk den ersten Staub von der Zunge.

Der Samstag startete trübe, immer wieder gab es Nieselschauer, was Andrea Ritters nicht davon abhielt, die Geranien zu entsorgen und die Blumenkästen des Wehrganges mit Erika zu bepflanzen. Vielen Dank an Eddi für die Blumenspende. Der obere Burghof brauchte nur wenig Zuwendung, da Helmut (der „neue“ Burgvater) schon Hand angelegt hat. Die zahlreich mitgebrachten Kinder packten mit an und jäteten das wenig vorhandene Unkraut. Nach dem gemeinschaftlichen Umräumen der Bruchsteine vom unteren Burghof zum Turm ging jeder seiner zugeteilten Arbeit nach. Die Erben-Sisters, bekannt als Team Lack (und Leder), unterstützt von Michaela Bayen strichen die Fenster weiter und widmeten sich den oberen Toiletten (Deckenabschluss richten und Streichen), das große Lehrerzimmer war ohne Heizkörper, also schnell die Wand dahinter ausgebessert und neue Farbe gab es auch. Max und Eddi Kronenberg bereiteten die Geschossdeckendämmung vor: Sie brachten Planken als Laufwege an und verputzen die Bruchsteinmauer, an der später eine Dampfbremse (Folie) sauber befestigt werden sollte. Bernd Smits und Martin Ritters zerlegten die alte Heizungsanlage, Max Wunderatsch und ich kümmerten sich weiter um die Elektrik, während Insa Wunderatsch und Michael Skoniecki administrativ tätig waren und Stefan Volland in sein neues Amt einführten. Ebenso nahmen sie an den Gesprächen mit dem Vorstand des Fördervereins teil, um eine weitere und effiziente Zusammenarbeit beider Vereine zu gestalten. Nebenbei dokumentierte Stefan sämtliche Arbeiten fotografisch.

Und ich, was habe ich getan? Die Frage musste ich mir auch stellen und kann nur sagen: viel habe ich nicht geschafft. Das liegt aber in der Natur der Sache als „Bauleiter“. Ständig war ich auf Achse und habe Fragen beantwortet, Hilfestellung gegeben und nach dem Rechten gesehen.

Abends wurde der Grill angeschmissen und Ina Skaer ergänzte das Büffet mit selbstgemachten Salaten. Sehr sehr lecker. Mathias Körber (Architekt aus Winningen) und Frau waren zu Gast und besprachen sich mit Martin Ritters wegen der Sanierung des Glockenturms und des Schwimmbades. Während die Sanierung des Glockenturms schon Gestalt angenommen hat, zeichnet sich für das Schwimmbad eine relativ einfache und günstige Lösung ab, so dass das Becken möglicherweise nächstes Jahr wieder in Betrieb gehen kann. So hatte ich auch die Möglichkeit mit ihm bezüglich der Geschossdeckendämmung zu sprechen. In der ersten Planung mit einem Bauingenieur war eine Dampfbremse mit Mineralwolle vorgesehen. Das ist aber eine sehr aufwändige Angelegenheit, da die Dampfbremse sehr penibel eingebracht werden muss, da sich sonst ungewünscht Kondensat bilden kann, was dann Folgeschäden verursachen würde. Daher habe ich nach Rücksprache mit dem Förderverein entschieden, dass wir dies doch besser einem Fachmann übertragen sollen aus Haftungsgründen. Mit Mathias Körber haben wir eine Alternative bekommen. Wir werden eine Dämmung mit Holzdämmplatten vornehmen. Das hat mehrere Vorteile: Zum einem kann Ungeziefer wie Siebenschläfer oder andere Nager keine Nester in der Mineralwolle bauen und die Dämmung dadurch zerstören. Zum anderen sind Holzdämmplatten diffusionsoffen, d.h. Feuchtigkeit kann durch die Dämmung hindurch und verursacht keine Kondensatbildung. Und ein weiterer Punkt ist deutlich einfacherer Montage, die wir selber durchführen können. Dieses Thema werden wir mit dem Förderverein noch einmal aufbereiten und Euch dann die finale Lösung präsentieren.

Der Abend klang dann doch recht zeitig aus, wir haben viel geschafft ohne Überstunden oder Nachtschichten, so konnten wir am Sonntag nach dem Frühstück in Ruhe aufräumen und den Ritter wieder an seinen Stammplatz im Lehrereingang positionieren.

Obwohl es ein „kurzes“ AW war, haben wir viel erledigt. Wir hatten Spaß und waren mit viel Freude und Engagement für die Burg im Einsatz. Mir persönlich hat der Einsatz gezeigt, als Bauleiter muss man den Bau leiten und kann selber nicht so sehr Hand anlegen und ich gebe zu, daran muss ich mich noch gewöhnen. Als ich wusste, wer dabei sein wird, dachte ich: „Toll, eine Truppe wie früher“. Ich wusste sofort, wen ich wo einteilen kann.

Und ich denke, jeder hat sich gefreut andere Gesichter zu sehen. Corona und seine Einschränkungen, Kurzarbeit bei dem ein oder anderen waren für einen Moment vergessen.

Ich danke Euch allen für Euren Einsatz. Ihr ward spitze!

Text: Stefan Kalda

Mehr über unsere Aktionen des Jahres 2020 findest Du hier